Klassenerhalt sichergestellt

„Es gibt Stürme die eine Schlafmütze aufhaben“, mussten die HCAB-Verantwortlichen nach dem Abpfiff des Spitzenspiels der Handball-Bezirksliga in Glauchau wohl denken. Am Ende leuchtete ein 29:30 von der Anzeigetafel der Glauchauer Sachsenlandhalle und die Tabellenführer aus dem Erzgebirge schoben den bisherigen Zweiten auf Rang drei des Klassements zurück.
Allerdings fegte zu Beginn der Partie ein „Sturm“ des gastgebenden Teams über eine völlig desolate Annaberger Defensive, vor allem beim Rückzugsverhalten fehlte es an geistiger Frische. Die relativ späte Anwurfzeit, verbunden mit einer zeitlich sehr knappen Anreise und nur kurzer Aufwärmphase, mögen da eine Rolle gespielt haben. Auf jeden Fall waren die Hausherren zunächst besser im Spiel, vor allem Tempogegenstöße nach technischen Fehlern brachten den Westsachsen bis zur 13. Minute eine 7:2 Führung. Trainer Jörg Glowalla nahm die fällige Auszeit und man besprach einige taktische Details, die anschließend auch Wirkung zeigten. Die HCAB-Akteure wirkten keineswegs geschockt und kämpften sich bis zur 23. Minute auf 12:9 heran. Dabei wurde die Last auf alle Schultern verteilt und man war sehr schwer ausrechenbar. In der Schlussphase des ersten Durchgangs dominierten die Gäste sogar und der 16:15 Anschlusstreffer machte die Begegnung wieder völlig offen.
Die Pausenansprache war nüchtern und kurz. „Kämpft jetzt das letzte Mal im alten Jahr, wir sind zum 3. Advent nicht als Punktelieferant hierher gefahren“, befahl Glowalla den Seinen ein paar flotte Takte ins träge Gemüt. Die Trägheit wich nicht sofort, denn wiederum erwischten die Gastgeber den besseren Start. Durch einige technische Fehler und mangelhafte Ausführung beim Abschluss brachte sich der HCAB wieder selbst ins Hintertreffen, 21:17 in der 39. Minute. Der Kräfteverschleiß war nun deutlich spürbar, Leistungsträger wie Stefan Hartmann und Torsten Meyer spielten am körperlichen Limit und brauchten Verschnaufpausen. Aber irgendwie hielt der Mannschaftsgeist seine schützende Hand über das Häuflein der Tüchtigen und die Vorentscheidung blieb den Glauchauern versagt. Auch eine Aussage des HSV-Trainers, der sich über die „Spielkunst der Holzhacker aus dem Erzgebirge“ belustigt zeigte, tat seiner Truppe nicht gut. Zwar führten die Hausherren in der 48. Minute immer noch mit 24:20, aber auch sie zollten der temporeichen Begegnung Tribut. Hartmann führte nun klug Regie und seine Kameraden schreckten aus dem winterlichen Dämmerzustand wieder hoch. Treffer von Meyer und Richter bescherten den 27:26 Anschlusstreffer und der HSV verlor plötzlich die Kontrolle über das Spiel. Drei Minuten vor Ultimo gelang der 28:28 Ausgleich und eine Minute später erstmals die 29:28 Führung. Eine der zahlreichen Fehlentscheidungen brachte Glauchau unberechtigt in Ballbesitz und der 29:29 Ausgleich ließ das Flämmchen der Einheimischen noch einmal kurz hochzüngeln. Mit eigenem Angriff wollten die Erzgebirger das Remis unbedingt mitnehmen, aber einer hatte noch nicht genug. Stefan Hartmann war wohl der Meinung, dass man einen Erlediger bräuchte und ein Adrenalinstoß frischte seine grauen Zellen zum Geniestreich auf. Neun Sekunden vor dem Abpfiff hämmerte er die Kugel in die Maschen des gegnerischen Gehäuses und der 30:29 Endstand war perfekt.
Der HCAB bleibt mit 20:2 Punkten das Maß der Dinge und nimmt vier Punkte Vorsprung mit in die Weihnachtspause, ehe es im neuen Jahr mit schwerem Auswärtsspiel in Werdau weitergeht. Bester Werfer war Torsten Meyer mit acht Treffern, aber schlussendlich waren die Moral und der Kampfgeist der Kreisstädter der Vater des Erfolges. (mwnr)

HCAB: Dietrich, Steiner – Hartmann (5), Meyer (8), Wagner (2/2), Eck (2), Richter (6), Rösch (3), Breitfeld (2/1), Weber (2), Blechschmidt

 

   
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