Es ist passiert, was im Heimspiel nicht passieren sollte. Am 17. Spieltag verloren die Annaberger Bezirksliga-Handballer gegen den TSV Fortschritt Mittweida mit 24:25 und damit zwei wichtige Punkte.

Man war sich im Vorfeld der Schwere der Partie bewusst, zumal durch das Fehlen von Michael Eck die adäquate Wechselkomponente zur Achse Hartmann/Meyer nicht gegeben war. Die Gäste waren in kompletter Bestbesetzung angereist und machten von Beginn an unmissverständlich klar, nicht ohne Zählbares wieder abreisen zu wollen. So gestaltete sich die erste Viertelstunde recht ausgeglichen, wobei der TSV Fortschritt dominanter war und immer führte, 6:5 in der 14. Minute. Irgendwie kam der HCAB auch in der Folgezeit nicht richtig auf Betriebstemperatur und machte zu viele Fehler, die von den Mittweidaern durch Tempogegenstöße konsequent ausgenutzt wurden. Der 9:13 Pausenrückstand war schon eine ziemliche Hypothek, trotzdem wollte man mit breiter Brust in die zweite Hälfte starten.
Das Vorhaben gelang zunächst auch, die Defensive stand besser und zielstrebig vorgetragene Angriffe brachten den 13:14 Anschlusstreffer in der 35. Minute. Allerdings brachten sich die Annaberger durch mehrere leichtfertige Ballverluste selbst wieder ins Hintertreffen. Mittweida schaltete schnell um und die Tempogegenstöße wurden zu einer komfortablen 19:14 Führung bis zur 43. Minute ausgebaut. Mit viel Charakter kämpften sich die Annaberger aber in die Begegnung zurück, die Abwehr stand auf einmal gewohnt sattelfest und Stefan Hartmann und Torsten Meyer übernahmen in der Offensive Verantwortung. Binnen neun Minuten zogen die Hausherren vorbei und gingen in der 54. Minute sogar mit 23:22 in Führung.
Was danach passierte war einfach nur skandalös. Die bis dahin souverän pfeifende Schiedsrichterin kippte völlig um und beeinflusste das Endergebnis auf das Massivste. Beim Stand von 23:22 lief Michael Wagner einen Konter, bekam den Ball und wurde von einem verfolgenden Gegenspieler umgerissen. Konsequenz wäre die rote Karte, bei genauer Regelauslegung sogar Strafwurf gewesen. Kurz zuvor wurde Thomas Rösch mit eben dieser roten Karte vom Feld geschickt, wo man das Regelwerk allzu genau auslegte. Stattdessen beliebte es den Referees gar nicht zu pfeifen, im Gegenzug glich Mittweida aus und ging anschließend in Führung. Die Ereignisse überschlugen sich nun. Zwei weitere fällige Strafwürfe für Wagner und Hartmann, die die Unparteiischen während der gesamten Partie noch souverän pfiffen, blieben den Gastgebern versagt. Auch ein völlig regulärer Treffer von Hartmann nach Kempa-Trick wurde als abgestanden gewertet. Sekunden vor Abpfiff ging Hartmann erneut in die Lücke, zwei Abwehrleute stellten diese durch den Kreis zu, auch dieser Strafwurf wurde nicht gegeben. So leuchtete am Ende ein 24:25 von der Anzeigetafel und die HCAB-Akteure, als auch das Publikum waren noch Minuten nach der Schlusssirene sprachlos. Selbst den Sportfreunden aus Mittweida war das Zustandekommen des Endergebnisses recht peinlich. „Natürlich muss man einplanen auch einmal so ein Spiel zu verlieren, aber was sich da abgespielt hat, war schon abenteuerlich“, war Trainer Jörg Glowalla sehr verärgert nach der Begegnung. (mwnr)

HCAB: Dietrich, Steiner – Hartmann (5), Meyer (7), Wagner (4/1), Richter (3), Rösch (1/1), Eger (1), Kanzler, Breitfeld (1), Blechschmidt, Sonnemann (2), Otto

 

   
otte und weber
erzgebirgssparkasse
stadtwerke
reifra
 
gruenteam
lanzenberger
autohaus seifert