„Manchmal ist das Licht am Ende des Tunnels nur das Licht einer entgegenkommenden Lok“, mussten die Mittweidaer Fortschritt-Handballer nach dem Abpfiff der Samstagspartie entsetzt feststellen.

In jenem Spitzenspiel der Handball-Bezirksliga bezwangen die HCAB-Männer nach schier unglaublichem Verlauf den TSV Fortschritt Mittweida in der hiesigen „Schwanenteichhalle“ mit 26:23 und der Jubel kannte keine Grenzen. Die Begegnung verlief nach einer Dramaturgie, die der Feder eines Kriminalromanautors hätte entstammen können. Mit dem Anpfiff sahen die Zuschauer zunächst einen ausgeglichenen Verlauf, erst hatten die Annaberger Gäste die lichteren Momente und führten 2:0, danach drehten die Hausherren den Spieß um und gingen mit 7:4 in Führung. Wieder war die personelle Situation alles andere als erfreulich, Protagonist und Lenker Stefan Hartmann fiel krankheitsbedingt aus und war in dieser Phase gegen starke Mittweidaer nicht zu ersetzen. Lichtblick war, dass Michael Eck neuerlich knapp 300 km unentgeltlich auf sich nahm und aus seiner Wahlheimat Bayern anreiste. Allerdings ließen Verkehrsunbilden erst ein verspätetes Ankommen zu, so dass Eck erst Mitte der ersten Halbzeit Aktivität zeigen konnte und das war keinen Augenblick zu früh. Sofort kam Spielfluss in die Annaberger Aktionen, die daraus resultierende 12:11 Pausenführung war folgerichtig. Die Halbzeitanalyse der Annaberger Verantwortlichen war trefflich, denn die Vorgaben verfehlten ihre Wirkung nicht. Starke Abwehrarbeit und flüssige Tempogegenstöße bescherten bis zur 40. Minute eine mehr als komfortable 19:11 Führung. Sicherlich hat zu diesem Zeitpunkt keiner der anwesenden Zuschauer mehr einen Pfifferling auf die Einheimischen gesetzt, aber alle wurden eines Besseren belehrt. Zum Erstaunen aller löste der 12:19 Anschlusstreffer die Mittweidaer Bremse und die vorherigen Ereignisse verkehrten sich ins Gegenteil. Tor um Tor holten die „Fortschrittlichen“ auf, insgesamt neun am Stück, Konsequenz 20:19 in der 50. Minute. Wahrscheinlich jedes Team wäre zusammengebrochen nach solch einem Rückschlag, aber die Erzgebirger hatten tatsächlich die Kraft wieder aufzustehen. Eine Einzelaktion von Mike Richter, zwei unglaubliche Paraden von Keeper Hendrik Dietrich und die Einwechslung von Routinier Michael Wagner, der den brachialen Werfer Torsten Meyer zurück in die Partie brachte, drehten das Geschehen neuerlich und endgültig. Zwei Minuten vor Ultimo waren beim Stand von 25:21 alle Messen gelesen und die völlig erschöpften Annaberger feierten schon vor der Schlusssirene. Meyer markierte seinen zehnten Treffer und krönte seine starke Leistung und großer Dank gilt Michael Eck, ohne dessen Erscheinen ein Sieg kaum möglich gewesen wäre. Auch Kreisläufer Thomas Rösch entpuppte sich als Monsterblocker defensiv und netzte vorn fünfmal ein. (mwnr)

HCAB: Dietrich, Steiner – Meyer (10), Wagner (1/1), Eck (4), Rösch (5/1), Kanzler, Blechschmidt, Richter (2), Breitfeld (1), Fritzsch (2), Weber (1), Sonnemann, Otto



Vorbericht:



29.10.11 - Bezirksliga Männer: TSV Fortschritt Mittweida – HCAB

Nach dem Sieg der Annaberger Bezirksliga-Handballer im Spitzenspiel gegen Tabellenführer Rotation Weißenborn ist das vordere Klassement wieder zusammengerückt, mit je 8:2 Zählern führen Weißenborn, Glauchau und der HCAB punktgleich die Tabelle an. Allerdings haben die Erzgebirger für den anstehenden Spieltag die schwerste Hürde zu meistern, denn man muss bei Verfolger und Mitfavorit TSV Fortschritt Mittweida antreten. Mittweida gilt als eines der heimstärksten Teams und konnte die Annaberger in der vergangenen Saison erstmals mit 21:17 bezwingen. „Wie über weite Strecken gegen Weißenborn, müssen wir unsere Fehlerquote im Angriff niedrig halten, um den Kontrahenten in den Positionsangriff zu zwingen“, gibt Trainer Jörg Glowalla die Marschroute klar vor. Ob der HCAB die Vorgabe so in die Tat umzusetzen vermag wird die Praxis und die derzeitige personelle Situation zeigen. Zumindest sind die Karten neu gemischt und die Gäste haben in dieser Begegnung nicht die Last der Favoritenbürde zu tragen. Es waren immer knappe Spielausgänge gegen Mittweida und die Tagesform wird entscheidend sein. (mwnr)

Anwurf: Samstag 17 Uhr in Mittweida

 

   
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